Petra Wilhelmy: Unsere neue Genossin stellt sich vor

Petra erhält ihr Parteibuch

31. Januar 2026

Flintsbach. Im November 2025 ist Petra Wilhelmy der SPD und unserem Ortsverein beigetreten. Im Januar erhielt sie nun von unserem Ortsvereinsvorsitzenden ihr Parteibuch. Seit dem ersten Tag bringt sich Petra voll und ganz in unsere Arbeit ein. Sie verfügt über ein weites Netzwerk und viel Erfahrung aus lebenslangem sozialen und ehrenamtlichen Engagement. In unserem Ortsverein möchte sie sich nun vor allem um die Themen Alterseinsamkeit, Daseinsfürsorge und alternative Wohnformen kümmern.

Hier stellt sie sich vor:

"Mein ehrenamtliches Engagement zieht sich wie ein roter Faden durch mein Leben. Es begann bereits in der Kindheit mit dem einfachen, aber tiefen Wunsch, mich für andere einzusetzen – natürlich noch auf kindlicher Ebene. Damals wurde mir klar, dass die Welt mehr braucht als Menschen, die wegschauen. Mein früher Einsatz galt den Tieren, denen ich ein Zuhause gab, wenn auch nicht immer zum Wohlgefallen meiner Eltern.

Den ersten organisierten Schritt machte ich 1992 mit der Gründung eines Vereins für Krebspatienten. Unser Ansatz war, Betroffene durch Referenten über die neuesten Therapiemöglichkeiten aufzuklären.

Diesem Projekt folgte eine Zeit des Streetworks in eigener Regie. Ich besuchte Gefängnisse, setzte mich für Reportagen ein und versuchte, Menschen in schwierigen Lebenslagen wieder auf die Beine zu helfen, indem ich für sie sprach und mit ihnen nach Lösungen suchte. Diese frühe Beschäftigung mit „gestrauchelten“ Menschen fand ihre intensive Fortsetzung in etwa acht Jahren Asylarbeit.

Dort erkannte ich schnell, dass Hilfe weit über das Begleiten zu Ämtern oder Deutschunterricht hinausgeht. Ich arbeitete mich tief in Einzelfallprüfungen ein, machte mich mit Ländern, Sitten, Riten, Gebräuchen und individuellen Schicksalen vertraut und wurde zur Anlaufstelle in existenziellen Nöten. Ich begleitete Menschen bis in die Abschiebung, vermittelte Ehrenprojekte für eine Rückkehr mit Perspektive, betreute Kirchenasyle und errichtete schließlich ein kleines Büro in einem Sozialzentrum, von wo aus ich gemeinsam mit einem Juristen für das Recht der Menschen kämpfte. Viele von ihnen leben, wenn sie nicht freiwillig gingen, heute noch hier.

Mein Netzwerk ging über die ganze Welt durch alle Länder, wenn auch nur virtuell. Aber ich konnte sowohl kirchliche als auch juristische Anlaufstellen in fast allen Ländern finden, in die Menschen abgeschoben werden sollten.

2017 ist es mir gemeinsam mit der Regierung Baden-Württemberg gelungen, zahlreiche Jesidinnen und Kinder aus dem Iran nach Rottweil zu holen.

Zudem habe ich schon immer geschrieben. Schon als Kind verfasste ich Kinderbücher. Diese Leidenschaft für das Wort ist geblieben und fließt heute unmittelbar in meine Tätigkeit ein. Ich halte die Geschichten fest, die ich erlebe – die Geschichten von Verzweiflung und Hoffnung, von Unrecht und Kampf, von Menschlichkeit in schwierigsten Zeiten. Aus dem praktischen Handeln erwuchs so auch eine reflexive und dokumentarische Aufgabe.

Zusammenfassend zeigt mein Weg ein tief verwurzeltes, mutiges und vielseitiges Engagement. Vom kindlichen Tierfreund über den Gründer, Streetworker und unermüdlichen Asylhelfer bis hin zum Chronisten dieser Erfahrungen war es stets ein Weg des Hinsehens und Anpackens. Ich bin ein Menschen, der nicht wegschaut, sondern sich einmischt, Expertise aufbaut, um denen zu helfen, denen es schlechter geht."

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